Mittwoch, 16.05.2012
Kehrtwende bei landwirtschaftlichen Einkommen
Nach der Talfahrt der letzten Jahre hat sich bei den landwirtschaftlichen Einkommen in Deutschland eine Kehrtwende vollzogen.
Im Wirtschaftsjahr 2010/11 stieg das Unternehmensergebnis der Haupterwerbsbetriebe im Schnitt um 35% auf 42.400€ an. Das geht aus dem Situationsbericht 2011/12 hervor, den der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in Berlin vorstellte.
Einkommenszuwächse verzeichneten insbesondere Acker- und Futterbaubetriebe sowie Weinbaubetriebe. Demgegenüber mussten Veredlungsbetriebe ein Minus von durchschnittlich 30% hinnehmen. Ausschlaggebend für die Einkommensentwicklung seien höhere Erzeugerpreise in nahezu allen Produktionsbereichen mit Ausnahme des Schweinesektors, sagte Sonnleitner. Gleichzeitig hätten jedoch die Kosten vor allem für Futtermittel, aber auch für Düngemittel und Energie zugenommen.
Der Anteil der Direktzahlungen an den Unternehmensergebnissen betrug im Schnitt knapp 50%. Im vorherigen Wirtschaftsjahr waren es rund zwei Drittel. Für das laufende Wirtschaftsjahr rechnet der
DBV nach den Worten seines Präsidenten mit einer ›leichten Eintrübung‹ der wirtschaftlichen Situation, ohne dies jedoch an Prozentzahlen festzumachen. Die Aussichten auf den Weltagrarmärkten bezeichnete
Sonnleitner als »relativ stabil«.
Die starken Schwankungen der Einkommen unterstreichen laut
Sonnleitner die Notwendigkeit einer steuerlichen Risiko-Ausgleichsrücklage für die Landwirtschaft. Gleichzeitig seien die Bauern angesichts volatilerer Agrarmärkte auf funktionsfähige Warenterminmärkte zur Preisabsicherung angewiesen. © AgE / Reiss (Pixelio)
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