Mittwoch, 16.05.2012
Merck Animal Health sucht Impfstrategien gegen Mastitis
Die Tiergesundheitssparte des amerikanischen Pharmakonzerns Merck sucht nach neuen Impfstrategien gegen bakterielle Euterentzündungen beim Milchvieh.
Wie die Merck Animal Health am 24.1.2012 in Boxmeer/Holland mitteilte, wurde dazu eine Vereinbarung mit dem Institut für Medizinische Mikrobiologie des Utrechter Universität Medical Center (UMC) und der Veterinärmedizinischen Fakultät der
Universität Utrecht unterzeichnet.
Das Projekt namens ›Evasion Molecules in Bovine Mastitis Vaccines‹ (EVAC) solle Impfstoffe gegen die nur schwer zu behandelnden bakteriellen Infektionen entwickeln. Zu den Bakterien, die Mastitis bei Rindern verursachten, gehörten u.a.
Staphylococcus aureus, Streptococcus uberis und Escherichia coli. Das EVAC-Projekt ist dem Unternehmen zufolge Teil des Programms zur Entwicklung von Alternativen zu Antibiotika (ALTANT), das auch durch das für die Landwirtschaft zuständige niederländische Wirtschaftsministerium finanziert wird.
Aus Sicht der Landwirte wäre ein wirksamer Impfstoff gegen Mastitis neben den wirtschaftlichen Vorteilen auch aus Tierschutzgründen und im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz sinnvoll, stellte Dr. Rene Aerts/Vizepräsident Globale Biologicals R & D bei Merck Animal Health, fest. Die Entwicklung von Impfstoffen gegen Rinder-Mastitis sei lange dadurch behindert worden, dass die entsprechenden Erreger in der Lage seien, Moleküle zu bilden, die wichtige Prozesse des Immunsystem der Kuh blockierten oder störten. Zudem beeinträchtigten die ›evasion molecules‹ auch die durch Impfstoffe hervorgerufenen Reaktionen des Immunsystems. Daher sei auch bei Einsatz hoher Antikörpermengen die klinische Wirksamkeit der bisher entwickelten Mastitis-Impfstoffe eher gering.
Laut Angaben von Merck Animal Health stellt die Mastitis ein großes Problem für die Milchwirtschaft dar. Sie verursache für den Tierhalter Verluste von bis zu 300 €/Kuh und Jahr. © AgE / DIA (Fotolia)
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