DBV-Präsident Gerd Sonnleitern. © Königer
Auch für das kommende Jahr gehen laut
Sonnleitner nationale und internationale Marktexperten von freundlichen und weitestgehend stabilen Marktverhältnissen aus – sofern es keine Lebensmittel-, Wirtschafts- und Finanzkrisen gibt.
Ein ›Wermutstropfen‹ seien jedoch die gestiegenen Kosten für Betriebsmittel, die in 2011 das Unternehmensergebnis gedämpft und den notwendigen Anstieg der Milcherzeugerpreise relativiert hätten. Umso wichtiger ist es nach Aussage Sonnleitners, dass die Molkereiwirtschaft über lukrative Auslandsmärkte hinaus auch Marktanteile im EU-Binnenmarkt gewinnt und entsprechend Preise sichert. Denn,
Sonnleitner wörtlich: »Zu stark schwingt die Milchmarktkrise noch in unseren Milchviehbetrieben nach« und die Milchbauern müssten die Chance bekommen, »in guten Zeiten für die schlechten Zeiten vorzusorgen.«
Positiv stimme den Bauernpräsidenten, dass angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung, zunehmender westlicher Ess- und Lebensgewohnheiten der Schwellenländer und des weltweit wachsenden Energie- und Rohstoffbedarfs »trotz Krisen oder Tälern, unserer Hände Arbeit, unsere guten Produkte wertvoller werden.« Umso unverständlicher sind nach Meinung des DBV-Präsidenten die Vorschläge des EU-Agrarkommissars, in jedem Betrieb zusätzlich 7% der Ackerfläche stillzulegen. Vielmehr werde, so Sonnleitner, jeder Hektar, »nicht nur bei uns in Deutschland, sondern weltweit« gebraucht, um die Welternährung zu sichern und gleichzeitig einen Neuanfang in der Energie- und Rohstoffpolitik abzupuffern.
DBV-Vizepräsident, Udo Folgart, umriss als Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Milch das Thema Transparenz auf dem Milchmarkt. Zwar teile er die kritische Haltung des Kartellamtes, dass durch die häufige Orientierung an den Auszahlungspreisen von Vergleichsmolkereien aus Sicht der Milchbauern Potenzial in den Preisverhandlungen verschenkt werde. Keineswegs einverstanden zeigte sich der DBV-Milchpräsident aber mit der kartellrechtlichen Aussage, dass zuviel Markttransparenz nachteilig sei und den ›Geheimwettbewerb‹ reduziere. »Damit spricht sich das Bundeskartellamt als Hüter der freien Märkte indirekt für intransparente Märkte aus«, erklärte Folgart. Richtigerweise stelle der Wegfall aktueller Milchpreisvergleiche gerade für die Milchbauern einen Informationsverlust dar und führe zu keinem höheren Wettbewerb.
Als Erfolg bezeichnete DBV-Vizepräsident
Folgart indes, dass es dem
DBV gemeinsam mit dem Markenverband gelungen sei, bei der anstehenden Novelle des Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB) das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie von der Notwendigkeit einer Entfristung des verschärften Verbots des »auch gelegentlichen Verkaufs unter Einstandspreis« bei Lebensmitteln zu überzeugen. Dies würde verhindern, dass der Lebensmittel-Einzelhandel gerade im Milchbereich vermehrt mit Lockangeboten, zum Beispiel bei Butter, werbe. ©
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