Mittwoch, 16.05.2012
BMELV: Maßnahmenpaket zu Antibiotika in der Tierhaltung
Mit gezielten Maßnahmen wird das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung besser erfassen und die Datennutzung neu regeln. Dadurch will man bundesweit die verabreichten Antibiotika-Mengen minimieren und die Überwachung durch die zuständigen Länderbehörden verbessern.
Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Jedoch nehmen auch in Deutschland Fälle von Antibiotika-Resistenzen zu. Dadurch können Medikamente bei erkrankten Menschen oder Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika gerade bei Tieren, von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie unbedingt erforderlich sind.
Es gibt klare Vorschriften, die den Einsatz von Antibiotika regeln: Nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) dürfen Antibiotika nur zur Behandlung von kranken Tieren eingesetzt werden, keinesfalls zur Wachstumsförderung. Auch dürfen Antibiotika nicht zum Überdecken von Krankheiten, die durch Haltungsmängel hervorgerufen werden, verabreicht werden. Verstöße gegen diese Vorschriften sind strafbar. Aufgabe der Länderbehörden ist es, das Einhalten dieser Vorschriften zu überwachen. Sie sind dafür zuständig, Tierarztpraxen und Tierhaltungsbetriebe risikoorientiert zu kontrollieren.
Damit die zuständigen Landesbehörden ihre Kontroll- und Überwachungsaufgaben noch effektiver und schneller erfüllen können, sollen das AMG und die Arzneimittelverordnung geändert werden. Die Informationen über die Abgabemengen an Tierärzte und die tatsächlichen Verbrauchsmengen von Antibiotika sollen so aufbereitet werden, dass die Länder diese Daten vollständig für Monitoring-Zwecke nutzen können.
Tierärzte müssen sich künftig noch stärker an den Antibiotika-Leitlinien der Bundestierärztekammer sowie am Leitfaden für die orale Medikation orientieren.
Mitte 2012 werden erstmals genaue Daten über die in Deutschland in den Verkehr gebrachten Tierarzneimittel-Mengen veröffentlicht. Anhand der Zahlen wird erkennbar, in welchen Postleitzahlbereichen besonders intensiv Antibiotika in der Tierhaltung zum Einsatz kommen. Zudem wird anhand der neuen Zahlen in Verbindung mit den regelmäßig erfassten Resistenzen bei Zoonose-Erregern und kommensalen Bakterien analysiert werden können, welche Zusammenhänge zwischen dem mengenmäßigen Einsatz von Antibiotika und erkennbaren Hinweisen auf die Antibiotika-Resistenzentwicklung bestehen.
Die BMELV-Arbeitsgruppe ›Antibiotika-Resistenz‹ soll alle neuen Erkenntnisse wie etwa die Ergebnisse der Resistenz-Monitorings oder die Daten zu Abgabemengen analysieren, Risikobewertungen hinsichtlich der Antibiotika-Resistenzentwicklungen vornehmen und Strategien für das Risikomanagement erarbeiten.
Weitere Informationen finden Sie unter
www.bmelv.de/tierarzneimittelAktuelle. © BMELV / DIA (Fotolia)
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