Die Nutztierhaltung muss sich nach Ansicht des Präsidenten vom Deutschen Bauernverband (DBV), Gerd Sonnleitner, kontinuierlich weiterentwickeln. Die Haltung von Nutztieren sei von den Stalleinrichtungen über das Fütterungssystem bis hin zum gesamten Haltungsverfahren so fortzuentwickeln, dass sie einer kritischen gesellschaftlichen Betrachtung standhalte, wobei gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleiben müsse, betonte
Sonnleitner am vergangenen Mittwoch (23.11.2011) auf dem diesjährigen Kreisverbandstag in Paderborn-Wewer.
Das erreichte Leistungsniveau der Landwirtschaft, speziell in der Haltung der Nutztiere, werde teilweise zum Kritikpunkt in der Öffentlichkeit. Tierhaltung und Tierschutz hätten sich zu emotionalen Megathemen entwickelt, stellte
Sonnleitner fest. Vornehmlich in den veredlungsstarken Gebieten Nordwestdeutschlands gebe es häufig Widerstände gegenüber einer Stallerweiterung oder einem Neubau von Ställen sowohl von kommunaler Seite als auch von der Zivilgesellschaft.
»Auch wenn sich jeder einzelne Vorwurf fachlich entkräften lässt, ergibt sich auf Dauer kein positives Bild einer auf Nachhaltigkeit und Tierschutz ausgerichteten bäuerlichen Tierhaltung«, so der DBV-Präsident. Dabei habe es in den zurückliegenden Jahren erhebliche Fortschritte bei den Haltungsbedingungen der Nutztiere gegeben. Jeder Stallneubau diene letztendlich dem Tierwohl und verbessere die Arbeitsbedingungen.
Die Tierhalter jedenfalls müssen sich nach Ansicht von
Sonnleitner auch in der Öffentlichkeit nichts vorwerfen lassen, schon wegen der dichten gesetzlichen Regelungen. Für die noch ungelösten Fragen seien jetzt in gemeinsamen Anstrengungen von Wissenschaft, Forschung und Praxis Problemlösungen zu erarbeiten. Der DBV-Präsident wies darauf hin, dass in Deutschland rund 5 Mio. Menschen in der gesamten Lebensmittelwirtschaft beschäftigt seien. Etwa 2/3 von ihnen erwirtschafteten ihr Einkommen auf der Grundlage der Rinder-, Schweine-, Geflügel-, Schaf-, Ziegen- und Kaninchenhaltung. »Als Bauernpräsident macht mich eine solche Leistung stolz«, sagte Sonnleitner.
Er würdigte die Arbeit der Bauern vor Ort, die in den vergangenen 30 Jahren einen heftigen Strukturwandel hinter sich gebracht hätten. »Wir deutschen Bauern sind in Europa die Nummer 1 bei der Milcherzeugung und der Schweinemast sowie die Nummer 2 in der Rindfleisch- und Geflügelproduktion«, hob
Sonnleitner hervor. © AgE / Pixelio