Bekenntnis des Bauernverbandes in Mecklenburg-Vorpommern zu Umwelt- und Tierschutz - Strukturwandel führt zu immer größeren Betrieben in Deutschland.
Nicht die Betriebsgröße, sondern das richtige Management ist nach Einschätzung des Präsidenten vom Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Tietböhl, ausschlaggebend für die artgerechte Haltung von Nutztieren.
In einer Presseverlautbarung verwies Tietböhl in der vergangenen Woche auf einen anhaltenden Trend zu größeren Betrieben. Seit 1991 hätten rund 43% der landwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland ihre Produktion eingestellt. Die frei werdenden Flächen seien von anderen Betrieben übernommen worden.
Auch die Anzahl der gehaltenen Tiere je Betrieb habe sich seitdem deutlich erhöht. Zwar gebe es auf der einen Seite eine große Zahl von Betrieben mit wenigen Kühen oder Mastschweinen, gleichzeitig aber auch Unternehmen mit mehr als 500 Milchkühen oder 5000 Mastschweinen. Damit liege man allerdings im internationalen Maßstab immer noch allenfalls im Mittelfeld, so der Bauernverbandspräsident.
Mit größeren Tierbeständen könnten vorhandene Ressourcen und besseres technisches Know-how, nicht zuletzt auch im Umweltschutz, effektiver genutzt werden. Sie ermöglichten zudem geringere Produktionskosten und seien damit eine Voraussetzung für die Konkurrenzfähigkeit der hiesigen Erzeuger, erklärte der Präsident.
Laut Tietböhl ist der Gewinn je Produktionseinheit in den letzten Jahrzehnten im Durchschnitt trotz Teuerungsraten konstant geblieben. Für das Erzielen konkurrenzfähiger Einkommen sei daher der Weg zu größeren Beständen vorgezeichnet. Dabei habe es seit jeher eine Weiterentwicklung der Haltungsbedingungen gegeben.
Dennoch stehe die Haltung von Rindern und besonders die von Schweinen und Geflügel häufig in der Kritik. Dies sei umso unverständlicher, als geschlossene Wirtschaftskreisläufe, die Schaffung von Arbeitsplätzen und zuverlässige Kontrollen der Einhaltung gesetzlicher Standards für die Tierhaltung vor Ort sprächen.
Um den Vorbehalten verschiedener Bevölkerungsgruppen gegen bestimmte Haltungsformen zu begegnen, plädiert Tietböhl für eine offene und ehrliche Diskussion zwischen Landwirten, Anwohnern und anderen Interessengruppen. Nur im Miteinander seien akzeptable Lösungen zu erzielen. © AgE / Berchtold