Donnerstag, 23.02.2012
Liebe Fleckviehzüchter,
Bilanz für 2011, Ausblick auf 2012 – dieses Unterfangen möchte ich folgendem Leitspruch unterordnen: »Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über Finsternis zu klagen« (chinesische Weisheit).
Dr. Georg Röhrmoser. © ASR
Die Erlöse aus Rinderhaltung und -zucht bewegen sich auf einem erfreulichen Niveau, dabei übersehe ich nicht die allgemein gestiegenen Vorkosten. Hervorzuheben sind aus Fleckvieh-Sicht die recht guten Preise auf der Fleischseite für Schlachtkühe, Jungbullen und Nutzkälber sowie das hohe Preisniveau auf Zuchtviehmärkten. Auch im Exportabsatz konnten sowohl bei Zuchtrindern als auch bei Sperma durch ADR-weite gemeinsame Aktivitäten Märkte hinzugewonnen werden.
Die EU-Agrarpolitik war ein heiß diskutiertes Thema. Ob und inwieweit unsere Landwirte und speziell die Rinderzüchter Abstriche ab 2014 hinnehmen müssen, bleibt offen. Die gute Nachricht: Das Gesamtbudget soll erhalten werden. Auf der Schattenseite stehen Umverteilung, Greeningauflagen und der zu erwartende Anstieg der Bürokratie – hier gilt es, praxistaugliche Lösungen zu suchen!
Der Übergang ins Zeitalter der Genomischen Selektion ist bei Fleckvieh im Großen und Ganzen gelungen. Innerhalb kurzer Zeit wurde ein Gemeinschaftswerk, von der Extraktion über die SNP-Typisierung bis zur Zuchtwertschätzung auf die Füße gestellt. Nach erfolgreicher ICAR-Zertifizierung sind Fleckvieh-Zuchtwerte seit August 2011 offiziell. Nun liegen erste Erfahrungen aus dem Typisierungsumfang bei Zuchtkälbern, zu den Verfahrenskosten, dem Rückgang im Jungbullenverkauf an Besamungsstationen, der Spermaausgabe von Genomischen Jungvererbern sowie deren Verwendung in Zuchtprogrammen vor.
Fakten:
- die Verfahrenskosten konnten Mitte 2011 abgesenkt werden; sie bleiben für das 1. Halbjahr 2012 stabil, sind somit klar kalkulierbar, Preissenkungsspielräume werden im Sinne aller genutzt und weitergegeben.
- In den Zuchtprogrammen wird es durch das Verwenden Genomischer Jungvererber gravierende Veränderungen geben. Beobachten, analysieren und entsprechend justieren wird die Devise für die Fleckviehzucht 2012 sein.
- Eine breite, sichere Leistungsprüfung der KB-Bullen bleibt unabdingbar – das beste Modell wird sich schnell durchsetzen.
Weitere ›Licht‹blicke:
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Das Projekt Gesundheitsmonitoring Rind in Baden-Württemberg kann nach 1 Jahr mit ordentlichen Startzahlen aufwarten (420 Betriebe, 85 Praxen, 19 000 Diagnosen). In Bayern steht der Start des Projekts ›Pro Gesund‹ vor der Tür.
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Neues bei der Zucht auf Hornlosigkeit: Ein neu entwickelter direkter Gentest verspricht in Kombination mit der SNP-Typisierung schnellen Zuchtfortschritt. Das ist kein Selbstzweck, sondern für Züchter eine Reaktionsmöglichkeit auf den zunehmenden Druck (Verbot des Enthornens von Kälbern).
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Neue Zuchtbuchordnung: das ›Ding‹ ist reif und zwischen Deutschland und Österreich hinsichtlich Reinrassigkeit und zeitgleicher Einführung ab 1.11.2012 abgestimmt. Zudem müssen Tiere aus Doppel- oder Fleischnutzung gegenseitig als 1 Rasse eintragbar bleiben.
Merken Sie sich die Tage vom 16. bis 25. September 2012 für den 19. Welt-Simmental-Fleckvieh-Kongress in Ost- und Süddeutschland inklusive ZLF München (siehe Heft 1/12, Seite 22) sowie die 4. Bundesschau Fleckvieh Fleischnutzung am 21./22. Januar 2012 in Berlin (siehe Heft 1/12, Seite 29) vor.
2012 ›verheißt‹ also viel Arbeit, aber auch Spannung und interessante Herausforderungen. Allen, die am Gelingen mitgewirkt haben und künftig mitwirken wollen, gilt mein herzlicher Dank. Ich wünsche frohe Festtage, Gesundheit, Freude und Zuversicht für 2012.
Ihr Dr. Georg Röhrmoser
Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft
Süddeutscher Rinderzucht- und Besamungsorganisationen
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